Freitag, 25. Juli 2014

Ja ich habe es doch getan ;)

Rezension zu "Shades of Grey- Gefährliche Liebe" und "Shades of Grey- Befreite Lust" von E.L.James


Shades of Grey- Gefährliche Liebe von E.L.James 

Original: Fifty Shades Darker
Hörbuch erschienen: 09/2012 bei dem Hörverlag
Genre: Erotische Literatur
 Sprecherin: Merete Brettschneider
Laufzeit: 1M20 Minuten (2 MP3-CDs)
Preis: 14,99€
 Shades of Grey- Befreite Lust von E.L.James
Original: Fifty Shades Freed
Hörbuch erschienen: 10/2012 bei dem Hörverlag
Genre: Erotische Literatur
 Sprecherin: Merete Brettschneider
Laufzeit: 1115 Minuten (2 MP3-CDs)
Preis: 14,99€
Was man begonnen hat, das sollte man auch beenden, so hart es auch ist und wie sehr man sich auch quälen muss. Nein, ganz so schlimm war es nicht, mir wäre im Auto eh langweilig gewesen ;). Auf jeden Fall habe ich es nun tatsächlich geschafft und alle drei Teile der Fifty Shades of Grey-Reihe gehört. Insgesamt mehr als 52 Stunden hat es gedauert. Und nun kommt mein Fazit!
Ich werde nicht weiter den Inhalt der Bücher wiedergeben, denn ich glaube der ist wirklich bekannt. Tja, was soll ich sagen? Ist es im Laufe der Zeit besser geworden? Konnte der erste Teil (der mich ja geradezu geschockt hatte, aber nicht wegen vermeintlich harten Sexszenen, sondern wegen sehr sehr sehr schlechtem Schreibstil) getoppt werden? Habe ich vielleicht Gefallen an der Story gefunden?


Nein
Nein
Nein!!!
Es ging genauso schauderhaft weiter. Zu Beginn des zweiten Bandes konnte mich die Autorin tatsächlich etwas verwundern, denn der Schreibstil wurde besser. Die Wiederholungen wurden weniger und es gelang ihr sogar eine gewisse, seichte Spannung aufzubauen. Doch lange hat diese Blendung nicht angedauert. Spätestens als Wogen von Furcht, Liebe, Trauer, Zweifel,....ach was es nicht alles für Wogen gibt gemischt mit Stirnrunzeln, rotwerden und ständigem "Du gehörst mir!" und "Oh Christian bitte..."-Gesäusel jede zweite Seite füllten, war es wieder da, dieses bekannte Deja-vu-Erlebnis.
Fantasie zeigt die Autorin tatsächlich nur in ihren Sexszenen, die wirklich sehr erotisch sind, das muss man ihr lassen, mit hartem Sex aber nicht viel zu tun haben. Und leider haben wir hier das nächste Nervthema. Es ist ja wunderbar, dass der supertolle Christian seine naive, unerfahrene Ana wirklich immer mindestens einmal während ihrer Bettspielchen zum Höhepunkt bringt, aber diese dämlichen Betitelungen der Orgasmen sind einfach gerade zu affig. Da hätten wir den "alles verschlingenden.." den "alles zerberstenden..." den "alles verzehrenden..." den "alles heilenden..." und soweiter und so fort- Orgasmus. Unglaublich was so ein Höhepunkt alles kann. Und dabei sind die Wortwechsel immer die Selben. Trotzdem, an den erotischen Szenen konnte ich noch etwas Gutes finden.
Kommen wir zu meinem Lieblingthema, den Charakteren. Ana war im ersten Teil die Naivität in Persona. In diesem Punkt entwickelt sie sich etwas weiter, immerhin bekommt sie es doch das ein oder andere Mal hin, ihrem holden Mr. Grey ein klein wenig die Meinung zu geigen. Trotzdem bleibt sie zu dumm, zu langweilig und unsympathisch. Ihre Schwärmerei und das Idealisieren Greys ist nervig. Ja er hat wunderschöne silberne (geht das überhaupt?) Augen, ja seine langen Finger sind perfekt, ja ihr hat den tollsten Body. Das hat man nach dem dritten, vierten oder fünften Mal kapiert. Das reicht aber nicht, nein wir müssen dieses Geträume immer und immer wieder durchkauen. Gespickt wird das Ganze dann im Gegensatz mit enormen Selbstzweifeln Anas, die sie immer wieder aufleben lässt.  Ich konnte mich kein bisschen mit ihr anfreunden. Die Beziehung der Beiden ist sowas von übertrieben. Innerhalb weniger Monate durchleben sie das Stalken einer Ex-Sup, den sexuellen Übergriff und das nachfolgende Drohen bis hin zur Fastentführung durch Ana´s Ex-Chef, den Unfall von Ray, Hochzeit, Kind,.... 
Christian ist und bleibt ein Kotzbrocken. Auch wenn er es schafft "Ich liebe dich" zu sagen bleibt er ein unerträglicher Kontrollfreak. Und anscheinend gibt es kein größeres Geschenk an die Frauenwelt, als ihn. Jede Frau steht auf ihn, jede Dame bringt er zum Erröten, keine kann einfach so an ihm vorbei gehen, ihn bedienen oder mit ihm reden ohne ins Schwärmen zu kommen. Doch der Hammer war sein Geheimnis. Was wurde für ein Tamtam darum gemacht und die Auflösung war lächerlich. Die Lösung aller Probleme für ihn ist Sex. Sobald Ana ihm etwas zu ungemütlich wird geht´s ab ins Bett. Und Ana macht es mit, was sehr für ihren schwachen Charakter spricht. Beide Hauptprotagonisten sind einfach nicht sympathisch. 
Insgesamt dümpelt die Geschichte dahin. Durch gewisse Ereignisse versucht die Autorin eine Spannung aufzubauen, die eine Seite weiter schon wieder verpufft. Geld regiert die Welt ist eine der Messages die sehr oft rüber kommt. Grey kann alles haben, alles und jeden kaufen. Was soll uns das sagen? 
Fazit: Nein es ist wirklich nichts für mich. Die Geschichte ist langweilig, langatmig, total übertrieben, schlecht geschrieben und versehen mit unsympathischen Charakteren. Einzig die erotischen Szenen sind halbwegs gelungen. Wieder ein Hype der mir nicht verständlich ist. Warten wir mal auf den Film!

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