Samstag, 21. Juni 2014

Zusammen Ängste überwinden und Träume zulassen

Rezension zu "Die Liebe von Callie und Kayden" von Jessica Sorensen

Die Liebe von Callie & Kayden von Jessica Sorensen

Original: The Redemption of Callie & Kayden
Erschienen: 05/2014 im Heyne Verlag
Genre: Drama, Liebe, New Adult
Seitenzahl: 400 Seiten
Preis: 8,99€ als TB, 7,99€ als ebook

Meine Bewertung: 4,5 Sterne

Schmerz, Trauer, Angst und Verzweiflung können zwei Menschen, die eigentlich zusammen gehören, in ihrer Beziehung vor große, bisweilen sogar unüberwindbare Hürden stellen. Besonders wenn man der Wahrheit in die Augen blicken muss, dass der Mensch den man liebt, sich selbst nichts bedeutet. Wieviel Kraft ist man bereit für die Rettung einzusetzen? Hat man diese Reserven? Lässt dieser Mensch überhaupt zu gerettet zu werden? Oder verliert er sich lieber in seiner dunklen Welt? Vor diesen Fragen steht Callie, nachdem sie Kayden halbtot gefunden hat. Für Beide gibt es eigentlich nur eine Lösung und diese sind sie bereit füreinander zu gehen. Ihr Weg wieder zueinander und aus dem Sumpf ihrer Vergangenheit hinaus ist der Inhalt dieses zweiten wunderbaren Buches.

Zum Inhalt:
Kayden ist wieder an seinen dunklen Ort zurückgekehrt. Niemand wird ihm glauben, wenn er die Wahrheit sagt. Callie spürt, wie er sich von ihr entfernt. Sie weiß, dass sie ihm nur helfen kann, wenn sie sich ihrer größten Angst stellt und ihr Geheimnis offenbart. Der Gedanke, das Schweigen zu brechen, qäult sie - doch nicht so sehr wie die Vorstellung, Kayden für immer zu verlieren. Callie weiß, dass die Zeit reif ist für einen Neubeginn ohne den Ballast der Vergangenheit. Aber kann sie auch Kayden davon überzeugen?(Quelle: Heyne-Verlag)

Meine Meinung:
 Ich habe dieser Fortsetzung entgegengefiebert. Schon lange habe ich es, aber mir fehlte der Mut anzufangen. Jetzt habe ich den Schritt gewagt und bin abermals in die verstörend, deprimierende Welt zweier Menschen abgetaucht, denen man von Herzen das Glück wünscht.

Auch im zweiten Buch schafft es Sorensen uns tief in die Gefühlswelt unserer beider Hauptprotagonisten versinken zu lassen. Sie wechselt immer wieder zwischen Callies und Kaydens Sicht und wir erleben dabei häufig ein und dieselbe Szene aus beiderlei Sichtweisen. Das ist wunderbar gelungen, denn oftmals will man einfach auch wissen, was der jeweils andere über bestimmte Begebenheiten denkt. Und wie unterschiedlich das oft sein kann ist interessant zu verfolgen. 

Callie gefällt mir in diesem zweiten Teil noch besser, als im Ersten. Sie reift immer mehr und wächst schier über sich hinaus. Ihre seelischen Verletzungen sind noch immer allgegenwertig, aber durch ihre Angst um Kayden und der Konfrontation, der sie sich stellen muss, verlieren sie mehr und mehr an Substanz. Ihre Entwicklung und die sich aufbauende Stärke in ihr sind unglaublich gut heraus gearbeitet und wunderbar zubegleiten. Wo sie schon im ersten Teil wahnsinnige Fortschritte machte, so sind es hier ganze Berge die sie überspringt um für Kayden da zu sein.

Kayden tat mir zu Anfang so unsagbar leid. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es ihm wirklich geht. Fast vom eigenem Vater erstochen, nur noch in der dumpfen Welt des Schmerzes zu Hause, das er sich zerbrochen, minderwertig und kaputt fühlt ist nur allzu verständlich. Seine Art mit dem Ganzen umzugehen, indem er sich selbst verletzt, so unglaublich das für einen selbst sein mag, so klar und fast schon verständlich ist Sorensens Darstellung. Ich hatte zu Anfang die Befürchtung, er würde nur Callie zu Liebe gute Miene zum bösen Spiel machen, als sie sich wieder annähern. Umso glücklicher war ich, das es anders kam. Auch er wächst an seinem Schmerz und beweist unglaubliche Stärke. 

Zusammen sind die Beiden stark und zusammen überwinden sie ihre Ängste und Sorgen. Sorensen hat eine wunderbare Art uns dies nahe zu bringen, uns teilhaben zu lassen an Leid und Glück, an Freundschaft und Hass. Auch hier gab es einige erotische Szenen, die aber nie übertrieben dargestellt waren. Ich muss aber sagen, dass es mir zum Schluss etwas viel wurde mit dem Sex. Hatte es im ersten Teil noch viel Bedeutung, dass die Beiden sich so nah kommen konnten, so ist es im zweiten Teil zu Anfang wichtig für die Wiederannährung, aber darüber hinaus hätte man sich die ein oder andere Szene sparen können. Das ist aber nur ein winziges Detail was mich störte. Warum ich aber eine halbe Feder abziehe liegt an dem Outing der Beiden. Ich werde nicht groß darauf eingehen, da ich sonst spoilern würde, aber meines Erachtens verpuffte es leider zu sehr. Es ging zu schnell und war mir nicht "intensiv" (finde kein anderes Wort dafür) genug. Das fand ich schade. Ich hätte gern mehr erfahren. Aber bis dahin war es wieder ein unglaublich gutes Buch!

Fazit: Intensiv, traurig und aufwühlend. Callie und Kayden reißen einen tief mit in dunkle Abgründe von Gewalt, Traurigkeit und Verzweiflung gefüllt und zeigen uns wie man es zu zweit schaffen kann wieder daraus aufzutauchen und neue Kraft zu tanken. Ein unglaublich tolles Buch!



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