Donnerstag, 15. Mai 2014

Zu viel Klischee, zu viel Drama um das erste Mal und eine komische Mischung

Rezension zu "This is not a love story" von Holly Bourne


This is not a love story von Holly Bourne

Originaltitel: Soulmates
Erschienen: 04/2014 im dtv
Genre: Romantasy
FSK: ab 14 Jahren
Seiten: 512 Seiten
 Preis: 9,95€ als Taschenbuch

Meine Bewertung: 2 Federn

Ein Mädchen in der Teenierevoluzerphase, was sich gänzlich gegen jedes Klischee wehrt, durch Sarkasmus und zynisches Geplapper meint die coole Antimainstream-Verfechterin  zu sein und bereits mit 17 Jahren sicher ist nicht an die Liebe glauben zu müssen trifft eines Tages auf den tollen, schönen ach so wunderbaren Dreamboy (ihren Seelenverwandten) der ihr ganzes penibel errichtetes Kartenhaus zusammenbrechen lässt. Von jetzt auf Gleich wird aus der Zynikerin ein schnulzig hormongesteuertes Häschen, in dessen Kopf nur noch rosa Wolken umher ziehen. So stellte sich für mich das Grundgerüst dieser "not love story" dar. Feine Fantasyelemente sollen dem Ganzen einen außergewöhnlichen Touch geben. Doch ist das gelungen?...


Zum Inhalt
An die wahre Liebe oder gar an Seelenverwandtschaft hat die 17-jährige Penny nie geglaubt. Bis sie eines Abends bei einem Konzertbesuch auf Noah trifft. Wie ein Magnet fühlt sie sich von ihm angezogen - und Noah geht es anscheinend nicht anders. Sie spürt die gewaltige Kraft der Gefühle und lässt Noah doch mit dem ihr eigenen Sarkasmus abblitzen. Erst als sie sich ein paar Monate später wiedersehen, ist klar: Penny und Noah können nicht voneinander lassen. Doch je näher sie sich kommen, desto gefährlicher scheint ihre Leidenschaft für sie und ihre Umgebung zu sein . . . Ist diese Liebe zu groß für sie?(Quelle: dtv)

Meine Meinung
...Ganz klar NEIN! Was soll uns der Titel dieses Buches sagen? Was erwartet man bei diesem kitschigen Cover, wenn nicht eine lupenreine Love Story?  Genau das ist nämlich dieses Debütwerk von Holly Bourne, eine waschechte, schnulzige, sehr klischeebehaftete Liebesgeschichte und nichts Anderes! Auch die leichten Fantasyelemente können daran nichts ändern, dass man sich durch seitenlanges Liebesgeeiere kämpfen muss und irgendwann einfach nur noch zum Ende kommen möchte. 
Ich frage mich mal wieder, warum Verlage so oft an den Titeln rumwerkeln und sie zu 90% schlechter machen? Wirklich, warum konnte man hier nicht "Soulmates" stehen lassen. Der Originaltitel ist nämlich genau das, um was es geht. Nein, statt dessen denkt man sich was Neues aus, zudem noch nicht mal einen deutschen Titel und auf meinem Gesicht bleibt ein großes Fragezeichen. Warum genau soll es keine Liebesgeschichte sein? Wegen dem Ende das zugegeben etwas überraschend war? Ich finde keine Erklärung.
Leider konnte mich in diesem Buch weder ein Charakter noch die Entwicklung der Geschichte wirklich überzeugen. Penny, aus deren Sicht wir das Geschehen in Ich-Form betrachten, war mir zu Anfang durchaus sehr sympatisch, weil ich solch sarkastische Personen mag und ihnen eine Ehrlichkeit zumünze, die andere nicht haben. Sie sprechen aus was sie denken ohne Rücksicht auf Verluste. Doch was wird aus ihr, nachdem sie Noah trifft? Eine solch charakterliche Talfahrt habe ich selten gelesen. Es hilft auch nicht, dass sie sich selbst bewusst ist, dass sie nun aber auch gänzlich jedes Klischee, die sie angeblich ja so hasst, erfüllt. Das war wirklich schade.
Noah wurde mir nie wirklich sympatisch. Von Anfang an war er mir zu aufdringlich, zu selbstherrlich, einfach ein komischer Typ. Daran änderte auch seine Vergangenheit nichts und verstärkt wurde meine Abneigung durch Pennys Geschmachte. Fast jeder zweite Satz handelte von seinem adonisartigen Körper, seiner männlichen Stimme, seinem wunderschönen Augen, dem verführerischen Lächeln...ich könnte endlos so weiter machen. 
Kommen wir zu Pennys Freundinnen. Ruth, Lizzy und Amanda als "beste" Freundinnen würde ich noch nicht mal geschenkt haben wollen. Ruth, als Miss Übertoll, die auch nicht davor zurück schreckt der Freundin den Mann ausspannen zu wollen,die nicht in der Lage ist sich für ihr Verhalten zu endschuldigen und ja eigentlich sowieso keine Fehler macht, wäre niemals im Kreise meiner Vertrauten. Lizzy kann noch nicht mal ein Geheimnis für sich behalten, wenn man sie sehnlichst darum bittet. Amanda ist die Einzige die mir aus der Gruppe halbwegs nett vorkam, was zum größten Teil daran lag, dass sie zurückhaltend und ruhig war.
Neben den charakterlichen Schwächen konnte mich aber auch die Handlung nicht packen. Das über allem schwebende Thema war eigentlich: sollen sie miteinander schlafen, oder nicht? Und das wird über die Maßen ausgeschlachtet, was zu ständigen Wiederholungen führt. Die Dialoge zwischen Noah und Penny sind eintönig. Einzige wirkliche Abwechslung boten die eingeschobenen Kapitel, die sich um die zwei Wissenschaftler Anita und Rain drehten. Doch leider sprang bei mir der Funke nicht zu diesen leichten fantastischen Elementen über. Dafür gab es zu viele Logiklücken. Die Idee der Pendants (Seelenverwandten) ansich ist nicht so schlecht und hätte durchaus ausgebaut werden können, doch im Tümpel von Liebesbekundungen, Klischees, sexuellem Frust und aufgestauter Hormone ging dieser Teil für mich unter. Es wollte auch nicht so recht zusammen passen.
Ja, jeder könnte jetzt mit Recht sagen, dass ich auch nicht mehr im Alter der Zielgruppe dieses Romanes bin. Das stimmt, aber meine bevorzugte Sparte ist nun mal das Jugendbuch und Young Adult. Ich lese fast nichts anderes und da kann ich wirklich sagen, ich kann mir eine Meinung bilden und vergleichen. Ich kann mich durchaus an lockeren, nicht so tiefgründigen Lektüren erfreuen und sie gut bewerten. Hier ist es für mich nicht möglich. Auch wenn mir der Schreibstil gefallen hat, weil er gut und flüssig zu lesen ist, so bleibt die Handlung für mich schwach. Tut mir leid!

Fazit: Leider in meinen Augen zu kitschig, zu viel Klischee, Hauptprotagonisten sind charakterlich zu schwach, zu viele Wiederholungen und schnell eintönige Dialoge. Die Idee hinter den "Pendants" ist eigentlich gut, wurde aber in ihrem Potential nicht genug ausgeschöpft. Schade!

Herzlich bedanke ich mich bei dem Verlag dtv für die Bereitstellung dieses Buches!

Kommentare:

  1. Huhu Reni,

    eine wirklich amüsante Rezension :) Ich kann nun mit 99% Sicherheit sagen, dass das Buch ebenso wenig etwas für mich wäre. Liebesgeschichten, bei denen der Fantasyanteil nur fadloses Beiwerk ist kann ich so gar nicht mehr leiden. Wenn obendrein noch die Hauptperson ihr Hirn verliert, sobald sie den Mr. One-and-Only trifft ist es für mich auch vorbei. Der Titel passt ja dann mal überhaupt nicht dazu oO Vor allem wenn es doch eigentlich einen passenden englischen gab. Aber die Titelvergabe werde ich wohl nie verstehen...

    Eine Sache hätte ich noch, also es wäre noch etwas angenehmer zu lesen, wenn du richtige Absätze, statt nur eine neue Zeile machst ;)

    Liebe Grüße,
    Tina

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  2. Halli Hallo und herzlich Willkommen auf meinem kleinen Blog liebe Tina,

    Ja, also diese Titelwahl ist mir auch ein absolutes Rätsel. Ich habe keine Ahnung, wie man auf sowas kommt. Ich freue mich, dass dir die Rezi gefallen hat :). Ich kann dieses Buch leider wirklich nicht empfehlen. Es war ziemlich harte Kost für mich, da dieses Rumgeeiere wirklich an den Nerven gezerrt hat.

    Oh vielen Dank für den Tipp! Ich werde es beherzigen und umsetzen. Ich freue mich immer über konstruktive Kritik! Super!

    LG Reni

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    1. Das ist ja echt bisschen blöd gelaufen, du hattest dich so über den Gewinn gefreut und dann war es inhaltlich leider nicht so toll. Andererseits hast du damit nicht allzu viel verloren :)

      Ich bin noch immer auf der Suche nach den sogenannten "New adult" Büchern, die tatsächlich gut sein sollen. "Rush of love" war für mich der totale Reinfall und auch bei einigen Büchern, bei denen ich geschaut habe, kommt plumpe Liebe auf dem ersten Blick oder eine Dreiecksbeziehung raus... Davon halte ich mich dann lieber fern.

      Alles klar, das freut mich, wenn dus nicht übel nimmst :) Freu mich auf jeden Fall auf mehr solche ehrlichen Meinungen!

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  3. Genau, das denke ich mir auch. Hätte ich mir das Buch gekauft, dann wäre ich sauer gewesen. So hat es mich nur Nerven und Zeit gekostet. Wenn man bei einer Leserunde dabei ist, dann ist ja auch der Druck da, auch das schlechteste Buch zu ende zu lesen.;).

    Hm, ja also, von New Adult habe ich noch nicht so viel im Regal. Rush of Love steht auf meiner Wunschliste, aber es klingt mir zu oberflächlich, als das ich es mir jetzt kaufen würde. Ich warte, dass es mal in meiner Bibliothek auftaucht. Leider haben es diese Art von Romanen oft an sich nach Schema F geschrieben worden zu sein und das stört mich sehr. Was ich jedem empfehlen kann ist Jessica Sorensen! Die Sache mit Callie und Kayden gehört zu meinen absoluten Highlights dieses Jahr. Die Story hat einfach alles was ich mir wünsche: Liebe, Drama, tolle Charaktere, tiefgründige Story, Erotik, etwas Humor...also wenn das vielleicht etwas für dich ist?!

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    1. Also "Rush of Love" kannst du dir wirklich sparen^^ Ich hab schon lange, nichts mehr so furchtbares gelesen. Da überkommen mich immer Zweifel an Gott und der Welt, wenn sich sowas auf Bestsellerlisten tümmelt. Ich glaube auch, dass das Schema F das Problem ist. Wenn schon keine Fantasy oder ähnliches dabei ist, kann sich ja nur noch alles um eine Liebesgeschichte drehen. Und die echt gut hinzubekommen, scheint den wenigsten zu gelingen.

      Lieben Dank für den Hinweis auf Jessica Sorensen! Ich hatte die Bücher schon ein paar Mal im Auge, war mir dann aber nicht sicher, ob es eher nichts für mich ist. Als E-Book könnte ich es mir leihen, auf jeden Fall schaue ich mir da mal die Leseprobe an!

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