Donnerstag, 3. April 2014

Der Hype ist mir nicht verständlich

Rezension zu "Die Bestimmung" von Veronica Roth

Die Bestimmung von Veronica Roth

Original: Divergent
Genre: Dystopie
Erschienen als TB: 10/2013 im Goldmann-Verlag
Seiten: 496 Seiten
Preis: 9,99 € TB, 17,99€ HC, 8,99€ ebook
Link zum Verlag: Die Bestimmung im Goldmann Verlag

 Meine Bewertung: 3 Federn


Dystopien handeln  von negativen Entwicklungen unserer Gesellschaft. Dabei ist es völlig gleich, ob das düstere Szenario durch Umweltkatastrophen, Kriege oder gesellschaftlichen Verfall zustande kommt.  Der Fantasie zur Entwicklungen von dystopischen Welten sind kaum Grenzen gesetzt. Dennoch sollte eine gute Anti-Utopie-Story Hand und Fuß haben, nicht zu unwirklich und nachvollziehbar sein. Und genau das fehlte mir bei "Divergent". Die Idee der Fraktionen ist dabei nicht wirklich schlecht, aber die Umsetzung dagegen, meiner Meinung nach, nicht recht schlüssig. Aber eins nach dem anderen.


Zum Inhalt:
Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und Ferox – die Furchtlosen. In fünf Fraktionen wurde die Welt nach dem letzten großen Krieg aufgeteilt, und für eine davon muss sich Beatrice entscheiden. Doch der geheime Eignungstest, den sie wie alle Sechzehnjährigen durchläuft, zeigt ein gefährliches Ergebnis: Sie ist eine Unbestimmte – und Unbestimmte gelten als Gefahr für die Gemeinschaft. Beatrice sucht Schutz bei den wagemutigen Ferox, stellt sich der harten Aufnahmeprüfung. Und gerät ausgerechnet hier ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben bedroht, sondern auch das all derer, die sie liebt …

Meine Meinung:Fangen wir gleich einmal mit meinem wesentlichsten Problem an. Warum ist eine Unbestimmte gefährlich? Gut man hat sie nicht so unter Kontrolle, aber das ist alles? Es war eine ziemlich ernüchternde Erkenntnis, dass die einzige Gefahr, die von ihnen ausgehen soll, das Problem der  verminderten Kontrolle ist. Dabei ist es ja noch nicht mal so, als würden sie amokmäßig durch die Gegend laufen.  Das ganze Thema kommt mir auch in dem ganzen Buch zu kurz und wird nicht gut genug aufgearbeitet, stattdessen durchleben wir Beatrice´s Odysee der Aufnahmetests für die Ferox. Das ist zwar recht interessant, aber bietet kaum Überraschungen. 
Tris ist eine sympathische Protagonistin in die ich mich, jedenfalls zu Anfang, gut hinein versetzen konnte. Die Altruan, als absolut selbstlose Gesellschaft, sind schon wirklich sehr extrem und wer würde nicht, wie Tris, an seiner eigenen Eignung für so eine Fraktion zweifeln, wenn man sich noch nicht mal im Spiegel betrachten darf. Doch im Laufe der Geschichte verlor ich immer mehr den Zugang zu ihr. Plötzlich fehlt es ihr an Loyalität ihren Freunden gegenüber, sie beginnt ziemlich selbstsüchtig zu werden und der Grund dafür ist mir nicht klar. Besonders im Bezug auf Al war ich von ihrer Reaktion gerade zu geschockt. Aber naja ich verbuche es als: Erfolg verdirbt den Charakter.
Tobias/Four ist der typische männliche Charakter der in einem Jugendbuch nicht fehlen darf. Er sieht gut aus, ist ein Anführertyp und verliebt sich natürlich in unsere Hauptdarstellerin. Er ist eine nette Figur und hat mit seiner Vergangenheit auch ein ordentliches Päckchen zu tragen. Die Entwicklung der Liebesgeschichte ist nicht ganz nachvollziehbar, was aber lustigerweise selbst Tris bemerkt. 
Leider fehlte es mir an einer Lieblingsfigur. In fast allen Büchern findet sich für mich ein Charakter, der mir am Besten gefällt. Hier habe ich keinen gefunden. Alle anderen Personen rund um Tris und Four bleiben mehr oder weniger blass. 
Probleme hatte ich auch mit dem Fraktionssystem. Die Idee, die Gesellschaft in bestimmte Gruppen nach ihren Stärken einzuteilen ist im Prinzip nicht schlecht, aber es war nicht bis zum Ende durchdacht und ist auch ziemlich engstirnig. Was genau soll die Bevölkerung davon haben Menschen vom gleichen Schlag zusammen zu stecken? Betrachtet man allein die Ferox und spinnt man das Ganze weiter, so ist doch völlig klar, dass Leute, die furchtlos und auf das Kämpfen ausgelegt sind, sich über kurz oder lang selbst an die Gurgel gehen. Die Mischung macht es. Auch die Eigenschaften, denen man den einzelnen Fraktionen zuschreibt sind nicht überzeugend, genauso wie der aufkommende Konflikt zwischen den Ken und den Altruan. 
Den Hype um "Die Bestimmung"  kann ich nicht nachvollziehen. Manchmal hat man das Gefühl, dass Bücher, die in Amerika Bestseller sind auch zwangsläufig hier zu Verkaufsschlagern werden müssen. Es kommt für mich nicht über eine mittelmäßige Dystopie hinaus. Es kommt eine gewisse Spannung auf, es gibt aber leider keine nenneswerten Überraschungen, weder charakterlich noch handlungsbedingt. 

Fazit: Etwas überhypte mittelmäßige Dystopie mit einer netten Protagonistin. Die Idee dahinter konnte mich nicht überzeugen. Schade, ich habe mir mehr erwartet.

PS: Immerhin habe ich das Buch noch vor der Filmpremiere geschafft. Trotz meiner Kritik bin ich auf die Verfilmung gespannt. Hier noch ein Trailer dazu

 

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