Sonntag, 27. Oktober 2013

Sie kommen nicht in Frieden!

Rezension zu "Angelfall" von Susan Ee


Angelfall- Susan EE  
Original: Angelfall
Erschienen: 08/2013 im Heyne Verlag  
Genre: Dystopie

Seitenzahl: 400
FSK: ab 14 Jahren  
Preis: 12,99€ Hardcover, 9,99€ ebook
Link zum Verlag: Angelfall bei Heyne

Meine Bewertung: 5 Federn!






Zerstörung, Tod, Umweltkatastrophen oder der Untergang der menschlichen Zivilisation sind die vorherrschenden Themen in den marktüberflutenden Dystopien im Bereich der Jugendliteratur. Auch hier bei "Angelfall" ist die Menschheit kurz vor ihrem Exitus. Doch ist es dieses Mal nicht unsere eigene Schuld, dass es soweit kommt und diese Abwechslung gefiel mir richtig gut.

Zum Inhalt:
Wenn die Engel die Bösen sind
Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester von Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Die Siebzehnjährige zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel ...(Quelle: Klappentext)



Meine Meinung:
Mit diesem Roman ist der Autorin Susan Ee ein wahres Glanzstück in den Reihen der Dystopien gelungen. Ein Page-Turner den ich gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Zum einen lag das an der spannenden Geschichte rund um Penryn und Raffe zum anderen machte es mir der flüssige und mitreißende Schreibstil leicht völlig gefesselt zu sein. Die Story umfasst einfach alles, was ich von einer guten Dystopie erwarte. Sie enthält sympathische Charaktere, eine gut konstruierte Idee, eine Prise Humor, viel Action, Dramatik und einen Hauch, aber wirklich nur einen Hauch von Romantik. 

Wir schlüpfen in die Rolle von Penryn und begeben uns auf die Suche nach ihrer entführten Schwester Paige durch eine zerstörte Welt, in der das Überleben von dem Kampf gegen die Engel und wachsenden Straßengangs sowie von der Suche nach Nahrung und einer sicheren Unterkunft abhängt. Dabei hat es Penryn wirklich nicht leicht. Nicht allein, dass sie sich für ihre kleine Schwester, die an den Rollstuhl gefesselt ist, verantwortlich fühlt, muss sie auch immer darum bangen, dass ihre schizophrene Mutter nicht völlig in ihre eigene abgedrehte Welt abtriftet. Die psychische Störung ihrer Mutter sowie die Behinderung ihrer Schwester haben Penryn gezeichnet und vor ihrer Zeit erwachsen werden lassen müssen. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die jedoch auch große Ängste in sich trägt und diese auch zeigen kann. Sie hat wenige Probleme sich durchzuschlagen ist aber auch für jede Hilfe dankbar. Das machte sie für mich zu einer sehr sympathischen und authentischen Heldin. Sie wirkte nie übertrieben taff oder zu zerbrechlich. 
Raffe ist natürlich ein Traum von einem Mann (oh entschuldigung natürlich Engel). Mit seinen schneeweißen Flügeln, die ihm jedoch auf barbarische Weise genommen werden, verkörpert er das reinste Bild eines Engels. Lange muss man rätseln, was er getan hat um solch einen Schlag verdient zu haben nun flügellos durch die Berge und Wälder des Silikon Valley laufen zu müssen. Gut, auf den ersten Blick könnte man Raffe als stereotypischen Klischee-Dreamboy bezeichnen, doch sein subtiler Sarkasmus und der Hang zum Badboy-Dasein in der Engelswelt, machen ihn auf seine Weise zu einem besonderen Charakter. Niemals hat man das Gefühl, dass er sich selbst für ein besseres Wesen hält, außer wenn ihm "Affe" als Bezeichnung für die Menschen rausrutscht.
Die Abhängigkeit der Beiden voneinander ist zwar der Auslöser ihres gemeinsamen Feldzuges, doch schnell wird deutlich, dass es nicht der einzige Grund ist, weswegen sie zusammenbleiben. Die äußerst zarten Gefühle drängen sich jedoch nie in den Vordergrund! Es wird zu keiner Zeit kitschig oder übertrieben romantisch, denn das hätte nicht zu der harten Story gepasst.
Wirklich gut gefallen hat mir der Widerstand. Obi erschien mir als wirklich vertrauenswürdig und sehr realistisch in seinem Denken. Er weiß, dass er prinzipiell keine Chance hat die Engel zurück zutreiben und vorrangig ist dies auch nicht sein Ziel. Er will den Menschen in ihrer schieren Hoffnunglosigkeit zeigen, dass man nicht tatenlos zuschauen muss. Zusammenhalt ist der Schlüssel zum Ziel. Damit wirkt die ganze Organisation des Widerstands nicht aussichtslos.

Wirkt die Storyline zu Anfang ziemlich einfach und geradlinig, so entwickelt sie sich im Laufe des Buches zu einer Verschachtelung mehrer Handlungsstränge, von denen wir allerdings nur soviel erfahren, wie es Penryn´s Sicht erlaubt. Dies lässt viel Potenzial für eine Fortsetzung zu, denn keine Frage die wir uns stellen, wird wirklich beantwortet. Dennoch ist das Ende zufriedenstellend ausgearbeitet...wenn man weiß, dass die Fortsetzung kommt.

Gerade zum Schluss hin musste ich dann wirklich schlucken. Angelfall ist nichts für zarte Gemüter! Es fließt viel Blut und viele Beschreibungen sind sehr detailreich. Susann Ee schreckt auch nicht vor toten Kindern und Kannibalismus zurück. Besonders Paige´s Schicksal ist harte Kost. Die Altersfreigabe ab 14 Jahre ist definitiv berechtigt. Dennoch war es nie zu überladen oder übertrieben. Insgesamt schaffte es die Autorin durch eine atmosphärisch dichte Story  und gut gelungene Charaktere sowie mit einer etwas anderen Idee eine wirklich  gelungene Dystopie zu zaubern. Ich bin begeistert und warte nun erwartungsvoll auf die Fortsetzung!

Fazit: Die Engel der Apokalypse kommen. Ein spannungs- und actiongeladener Page-Turner mit sympathischen Charakteren, einer fesselnden Geschichte, einer Prise Humor und einem Hauch Romantik. Alles da was eine gute Dystopie brauch! Doch Achtung, nichts für Zartbeseitete! Ich kann es wirklich wärmstens empfehlen!

Kommentare:

  1. Schöne Rezi! Dein Blog gefällt mir echt gut, bin gleich mal Leser geworden:)

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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