Mittwoch, 16. Oktober 2013

Ein ganz großer Schritt für mich!

Ich werde jetzt hier einen ganz großen Schritt für mich wagen. Lange habe ich überlegt, wie und wo ich am Besten damit anfange und ich denke, was gibt es besseres als der eigene Blog?

Also ich habe vor langer Zeit bereits begonnen ein eigenes Buch zu schreiben. Ich habe viele Male angefangen und viele Ideen ausprobiert, bis eine Gestalt angenommen hat. Ich möchte euch hier stückchenweise Leseproben geben und wäre sehr über Resonanzen und Kritik erfreut! Und ich meine das wirklich ernst! Ich bin der Meinung aus jeder Kritik lernt man und das möchte ich gern!

Es handelt sich um eine High-Fantasygeschichte. Allerdings werden keine Orks, Elfen/Elben, Zwerge,...usw., also keine ausgelutschten Herr der Ringe-Elemente darin vorkommen.

Kurz zur Story: Neela hat eine Gabe. Sie ist eine der letzten Sintie, eine Zeichnende. Sie kann Tote wieder erwecken. Doch das hat seinen Preis. Neela kann es nur acht Mal und alle Wiedererweckten tragen ihr Zeichen, womit sie nahe zu unverwundbar sind, doch nur solang Neela nicht verletzt wird. Sechs Menschen hat sie bereits gerettet. Diese Sechs nennen sich selbst "Die Gezeichneten" und haben sich durch ihre Unverwundbarkeit in einem Krieg zwischen zwei verfeindeten Ländern einen Namen gemacht. Zusammen sind sie eine Gruppe gefürchteter Krieger die Ihresgleichen suchen. 
Bei einem Angriff wird Neela gefangen genommen und alles steht auf dem Spiel, sowohl Neelas wie auch das Leben der anderen Sechs. Wie soll sie befreit werden, ohne ihr Leben in Gefahr zu bringen? Doch während ihrer Gefangenschaft lernt Neela die andere Seite des Krieges kennen und lernt das Gegner nicht gleich Gegner ist. Und als einer ihrer Geiselnehmer im Kampf stirbt, steht sie vor schweren Entscheidungen....

Besser kann ich es noch nicht zusammen fassen, aber das wird noch :) Fangen wir mit dem Prolog an! Zum Einstieg etwas Kurzes!





Prolog


Der Markt war an diesem Morgen gut besucht. Die Stände mit besticktem Tuch, Obst von der gegenüberliegenden Insel, frisch geschlachtetem Vieh und allerlei Handwerkswaren drängten sich dicht an dicht. Das kleine Mädchen saß zusammen mit seiner Amme an dem Brunnen mitten auf dem zentralen Platz und füllte Tonkrüge mit Wasser. Sie hatte keine Ahnung warum heute die ganze Stadt in Aufruhr war. Viele Soldaten waren unterwegs und versuchten einen Weg frei zu halten, für wen oder was konnte sie nicht sehen. Doch dann erkannte sie die Pferde des Präfekten und kurz darauf sah sie ihn auf einem schwarzen Hengst sitzen. Schon immer hatte die Erscheinung des Herren sie mit großen Respekt erfüllt. Er war eindrucksvoll, groß, stark und ehrenwert. Ein guter und gerechter Herrscher, sagte ihre Amme stets. Das Volk liebte ihn und er liebte das Volk. Er saß aufrecht und stolz auf seinem Pferd, lächelte und grüßte. Obwohl er ganz in schwarzes Leder gekleidet war, verbreitete er keine Angst oder Schrecken. Mit Bewunderung in den Augen beobachtete das Mädchen, wie er durch die Menge ritt. Sie sah eine kleine Gestalt vor ihm im Sattel sitzen. Als er näher kam erkannte sie, dass es sich um ein Mädchen, etwa in ihrem Alter, handelte. Schon jetzt blendete sie mit einer Schönheit, die in ein paar Wintern seines Gleichen suchen würde. Ihre Augen waren von einem solch faszinierenden Blau, wie sie es noch nie gesehen hatte.
           „Das ist die Tochter des Präfekten.“ flüsterte die Amme. „Sie sind auf dem Weg zum Tempel um ihren Namenstag zu begehen.“

Das kleine Mädchen kletterte auf den Rand des Brunnens um einen besseren Blick auf die Vorbeiziehenden zu erhaschen. Sie war fasziniert von der machtvollen Ausstrahlung des Präfekten und der sichtlichen Anmut seiner Tochter.
Plötzlich ertönte eine lauter Knall. Mehrere Marktbesucher schrien und die Menge geriet in Aufruhr. Das Gedränge wurde immer dichter und kesselte die Pferde der Soldaten und des Präfekten ein. Sie versuchten sich durch Tritte einen Fluchtweg zu erarbeiten, doch es waren zu viele Menschen, die in Panik durcheinander liefen. Das Mädchen konnte auf seinem erhöhten Platz das ganze furchtbare Unglück überblicken. Die Amme war neben sie geklettert und drückte sie fest an sich. Sie sah wie das Pferd des Präfekten scheute, auf die Hinterläufe stieg und wie von Sinnen die Augen rollte. Er hielt sich mit aller Kraft an der Mähne des Tieres fest und versuchte dabei seine Tochter zu schützen. Doch es half nichts. Mit Entsetzen sah sie, wie seine Tochter von dem Rücken des Hengstes rutschte und unter den Füßen der Menge und den Hufen der Tiere verschwand.
Schier endlos viel Zeit verging bis der Platz geräumt war. Sie sprang von dem Brunnenrand und lief in die Richtung, wo sie den Körper des Mädchens vermutete.
„Kleines, bleib hier! Wo willst du denn hin?“ schrie ihr die Amme hinter her, doch sie scherte nicht darum. Sie schlüpfte durch Beine und sprang über kaputte Marktstände, vorbei an weinenden Frauen und verletzten Männern. Etwas in ihr trieb sie weiter. Sie spürte eine innere Kraft in sich erwachen und ein Kribbeln unter der Haut, was sie noch nie gefühlt hatte. In ihrem Kopf sprach eine Stimme: „Du kannst helfen! Lass dein Licht fließen!“
Und dann erblickte sie den Präfekten. Er beugte sich über einen leblosen kleinen Körper von Verzweiflung geschüttelt. Das Mädchen war schwer verletzt und ihr Lebenslicht erlosch. 
Ihr Kopf fiel mit geöffneten Augen nach hinten und ihr Brustkorb senkte sich zum letzten Mal. Der Präfekt starrte starr vor Grauen in das schöne Gesicht seiner Tochter.
„Hilf ihr! Schenk ihr dein Licht!“ hörte das Mädchen die Stimme in ihrem Kopf flüstern. Wie von selbst drängte sich ihr Körper durch die Reihe der Soldaten, die das schreckliche Schauspiel vor den Blicken der Umstehenden abschirmten. Hände griffen nach ihr, doch sie schüttelte sie ab. Ihre Haut an den Händen begann zu brennen, doch der Schmerz war nicht unangenehm. Sie kniete sich neben den toten Leib nahm eine Tonscherbe, die auf dem Boden verstreut lagen und schnitt sich in die Hand. Warum sie das tat, konnte sie sich nicht erklären, doch sie wusste, dass es das Richtige war. Das Blut tropfte auf den Boden, kurz betrachtete sie ihre Hand. Das Blut war nicht nur rot, es schien auch zu schimmern. Ein goldenes Licht ging davon aus, warm und hoffnungsvoll. Sie legte die blutende Hand auf die Brust des anderen Mädchens, dort wo eine tiefe Wunde klaffte.
„Was tust du da? Lass deine dreckigen Hände von ihr!“ die Stimme des Präfekten drang nicht mehr zu ihr. Sie spürte den eisigen Tod der langsam in sie sickerte und ließ das Leben von sich in den toten Körper fließen. Es fühlte sich kalt an, es fröstelte sie und ein unangenehmer Schmerz kroch ihren Arm hinauf. Eine unglaubliche Macht wütete in ihr. Tod und Leben führten einen Kampf und noch schien nicht entschieden, wer gewinnen würde. Das Mädchen schloss die Augen, versuchte sich auf die Wärme ihres Blutes zu konzentrieren. Ganz leicht spürte sie, wie das andere Mädchen ihre Kraft aufnahm und langsam, ganz langsam wieder der Funke des Lebens in ihr erwachte. Die Erleichterung durchströmte sie, im selben Moment wie der Schmerz überhandnahm. Lichtblitze explodierten vor ihrem inneren Auge und sie sackte in sich zusammen. Ihr letzter Gedanke galt der Tochter des Präfekten und sie hoffte ihr Opfer wäre nicht umsonst gewesen. Sie spürte sanfte Hände, die sie in Luft hoben, bevor ihre Welt in Schwarzem versank.  

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