Mittwoch, 18. September 2013

Sehr schleppend und eintönig

Rezension zu "Im Totengarten" von Kate Rhodes



Im Totengarten- Kate Rhodes
Erschienen: 10/2012 im Ullstein Taschenbuchverlag
FSK: ? nicht unter 16 Jahren
Seiten: 448 Seiten
Preis: 9,99€ als Taschenbuch
Link zum Verlag: Im Totengarten bei Ullstein Taschenbuchverlag 


 Meine Bewertung: 2 Federn! 



Ich muss zu allererst gestehen, dass ich mit "Im Totengarten" meinen ersten Thriller gelesen habe. Ich bin völlig unvoreingenommen an das Buch herran gegangen und hatte Hoffnung, dass es mich dem Genre vielleicht näher bringt. Doch leider hat es Frau Rhodes nicht geschafft mich zu begeistern. Ich hatte erwartet gebannt an den Zeilen zu hängen und mir auszumalen wer der Täter sein könnte, aber in Wahrheit schleppte ich mich von Seite zu Seite.
 

Zum Inhalt:
Das Buch beginnt mit einem Prolog, indem man eine Szene häuslicher Gewalt miterlebt. Die Mutter versteckt ihre Tochter im Schrank, damit der Vater sie nicht findet und wird von ihm verprügelt. Der Sohn steht daneben und beobachtet die Szene mit einer Mischung aus Voyeurismus und Interesse. Schnell wird dem Leser klar, dass es sich bei dem Mädchen um die Hauptperson Alice Quentin handelt. Diese arbeitet als Psychologin in London. Alice selbst wäre mit ihren Problemen sicher ein Stammgast bei anderen Psychologen, da sie an Platzangst leidet, beziehungsunfähig ist und mit ihrem Bruder Will eine große Last auf ihren Schulter trägt. Zudem bekommt sie von ihrer Mutter keine Unterstützung, sondern eher immer wieder Vorwürfe. Will ist mental äußerst labil und hochgradig drogenabhängig, wohnt in seinem alten Bus und lässt Alice nur selten an sich ran.
Eines Tages verlangt man von ihr zu beurteilen, ob der Straftäter Morris Cley vorzeitig aus der Haft entlassen werden kann und ab da nehmen die Dinge ihren Lauf. Er kommt frei, sie bekommt bizarre Briefe und findet kurz hintereinander zwei Leichen. Die Polizei nutzt ihre psychologischen Kenntnisse um hinter das Rätsel des Falles zu kommen, den sie in Verbindung mit einem Ehepaar, den Bensons, bringt. Die Bensons hatten Jahre zuvor Morde begangen, die denen an den zwei Toten ähneln. Kann Alice bei der Aufklärung helfen? Von wem kommen die Briefe? Steht sie selbst im Fokus des Täters?....
Ich will nicht zu viel verraten!


Meine Meinung:

Der Einband ist sehr interessant gestaltet. Die Libelle hat zwar eingentlich nicht wirklich was mit dem Buch zu tun, aber egal. Der Schreibstil von Frau Rhodes ist flüssig, recht einfach gehalten, manchmal sehr umgangssprachlich. Die Absätze sind zumeist recht kurz, sodass man sich immer wieder sagt: och komm, den schaff ich noch. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, was wohl leider zu der Eintönigkeit beiträgt. Ich war irgendwann genervt von den ständigen Laufausflügen der Protagonistin und der damit verbundenen Stadtführung durch London. Alice ist mir als Person nie sympathisch geworden, ich konnte mich nicht wirklich in sie hinein versetzen. Ich hatte erwartet mehr von der Polizeiarbeit mitzubekommen, mehr zwielichtige Charaktere kennenzulernen. Ich habe nicht ein Mal gebannt vor dem Buch gesessen und pro Abend nur schwer 20 Seiten am Stück geschafft. Und das soll bei mir was heißen. Vielleicht ist die Ich-Perspektive hier nicht unbedingt die richtige Wahl gewesen. Die Tage unter einander ähneln sich so sehr: Aufstehen-Arbeit-Laufen...Ihre Freundin Lola, bringt zwar zu Anfang etwas frischen Wind rein, aber auch sie verschwindet recht schnell in der Eintönigkeit.

Fazit:
Auch wenn das Ende recht überraschend war, rettet es für mich nicht das Buch. Davor liegen über 300 Seiten relative Langeweile mit ständigen Wiederholungen und einer eher unsympathischen Hauptperson. Schade!

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