Mittwoch, 18. September 2013

Guter Auftakt der Trilogie, allerdings etwas vorausschaubar

Rezension zu "Godspeed- Die Reise beginnt" von Beth Revis

Godspeed-die Reise beginnt von Beth Revis
Erschienen: 08/2011 im Dressler-Verlag
Seitenzahl: 448 Seiten
FSK: ab 14 Jahren
Preis: 19,95€ Hardcover, 9,99€ Broschiert, 9,99€ ebook
Link zum Verlag: Godspeed-Die Reise beginnt bei Dressler


 Meine Bewertung: 4 Federn



Es ist lange her, da hatte ich mir auf Amazon die Leseprobe angeschaut. Jetzt habe ich endlich auch den Rest der Geschichte dazu lesen können und muss sagen, dass ich bei meiner Bewertung einwenig im Zwiespalt bin. Zum einen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, aber zum anderen war ich auch enttäuscht darüber, dass ich eigentlich von Anfang den Ausgang erkennen konnte. Aber Eins nach dem Andern.

Zum Inhalt

Die 17-jährige Amy ist einer der eingefrorenen Passagiere an Bord der "Godspeed". Sie und ihre Eltern sollen am Ende der Reise zu einem neuen Planeten wieder erweckt werden 300 Jahre in der Zukunft. Doch Amys Kühlkasten wird zu früh abgeschaltet. Wollte jemand sie ermorden? Gewaltsam ins Leben zurückgerissen, findet sie sich in einer fremden Welt wieder, in der alle Menschen einem tyrannischen Anführer folgen. Nur einer widersteht: der rebellische Junior, der sich fast magisch angezogen fühlt von Amy. Gemeinsam versuchen die beiden, den schrecklichen Geheimnissen der "Godspeed" auf die Spur zu kommen. Doch kann Amy Junior trauen? Eine packende Gesellschaftsvision und ein fesselnder Pageturner um eine große Liebe, der Traum von Freiheit und tödliche Gefahren. Erster Band der Trilogie.(Quelle:Amazon.de)

Aufbau des Buches

Der Roman umfasst knapp 448 Seiten und wird abgerundet mit einer netten Danksagung der Autorin. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht Amys oder Juniors in Ich-Perspektive und in der Gegenwartsform geschrieben.

Meine Meinung
Mit Godspeed- Die Reise beginnt ist Revis ein guter Auftakt gelungen. Die Mischung zwischen Science-Fiction und Krimi ist wirklich ansprechend und spannend zu lesen. Die Idee einer Geschichte eines Raumschiffes, das mehrere Jahrhunderte unterwegs ist und die mit sich bringenden Probleme, wie Inzest, Kraftstoffmangel und leichte Klaustrophobie als Themen einfließen zu lassen, zusammen mit mysteriösen Vorfällen, finde ich richtig gut gewählt. Revis hat einen schönen, flüssigen, locker leichten Erzählstil. Die Kapitel sind meist nicht lang, manchmal beinhalten sie auch nur ein paar Zeilen, aber gerade die ständig wechselnde Sichtweise macht die Spannung aus. Meist unterbricht die Autorin gerade an der interessantesten Stelle die Handlung und schwenkt um zu unserem anderen Protagonisten.
Diese sind übringens Beide sympathisch, wobei mir Amy noch ein Hauch mehr liegt (das könnte aber auch daran liegen, das mich Junior etwas enttäuscht hat, verrate hier aber nicht warum).

Schon zu Anfang musste ich schwer schlucken, als Amy in Kryostase gelegt wird. Die Beschreibung des Vorgangs war sehr detailliert und ich persönlich hätte mich klar dagegen entschieden auf diese Weise eingefroren zu werden. Aber Amy ist tapfer und obwohl sie ihren Eltern dabei zuschauen muss entscheidet sie sich dafür. Schon da war ich ganz auf Amys Seite. Und auch später konnte ich mich stets in sie hinein versetzen. Ihr Gefühl der Trostlosigkeit und die Angst nach dem unfreiwilligen Aufwachen nun allein in einer Gemeinschaft zu sein, in die sie allein schon optisch nicht hinein passt, hat die Autorin sehr authentisch beschrieben. Wunderbar auch ihre Verdutztheit über das komische Verhalten der Anderen und ihr Versuch der Aufklärung in vielerlei Hinsicht, macht sie zu einer sehr realistischen Figur.

Einwenig anders gestaltete sich das bei mir mit Junior. Er ist durchaus auch ein netter Charakter, aber er blieb mir überwiegend zu naiv, oder eher zu unkonsequent. Immer wenn ich dachte, dass er sich nun seiner Handlung und seines Denkens sicher ist, kam wieder ein Schritt zurück. Sein Wandel ist zwar von Anfang an sichtbar, aber nie zu 100 Prozent. Was durchaus auch verständlich ist, da er nun mal auf dem Schiff geboren wurde und nie etwas anderes kennengelernt hat und wieso sollte er dann wirklich alles in Frage stellen? Aber dennoch störte mich diese Tatsache einwenig.

Der Älteste war für mich nie ein Tyrann. Diese Beschreibung würde ich ihm nicht geben. Er ist ein Anführer, dem quasi die Hände gebunden waren. Denn das was er getan hat (werde hier nicht weiter darauf eingehen, denn das wären fiese Spoiler), das wurde auch ihm schon in die Wiege gelegt. Er war zwar ein mürrischer Kerl, der mich ab und zu an meinen Opa erinnert hat, aber nicht von Grund auf böse. Man könnte ihm vorwerfen, dass er anders entscheiden hätte können, aber ich denke dazu hatte er nicht mehr die Kraft. Er wollte eine friedliche Besatzung ohne große Konflikte, denn diese können auf so engen Raum katastrophale Folgen haben. Und wer will ihm das verübeln? Nur das Mittel der Wahl war nicht richtig.

Leider muss ich sagen, war für mich alles sehr durchschaubar. Besonders Orion war für mich nie ein Geheimnis. Das fand ich sehr schade. Am Schluss hat mir der große AHA-Effekt gefehlt. Ich habe einwenig gestaunt bei Juniors Abstammung, aber den Rest konnte ich mir recht schnell zusammen reimen.

Fazit:
Ein guter Auftakt der Trilogie! Spannend geschrieben und die Idee ist sehr interessant. Nette Charaktere, die sicher in Band 2 und 3 noch an Tiefe gewinnen. Hier blieben sie noch etwas oberflächlich. Minuspunkt allerdings die große Durchschaubarkeit der Story. Dafür würde ich 1,5 Sterne abziehen. Gibt dann 3,5, ich runde aber auf, weil mich das Buch trotzdem fesseln konnte, also 4 Sterne!

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